Die Welt der ätherischen Öle

ätherische öle

Meine ersten Berührungspunkte mit ätherischen Ölen hatte ich vor vielen Jahren, als ich anfing im Reformhaus zu arbeiten. Damals lernte ich die verschiedene Marken kennen, die unser Sortiment ausmachten.

Zuerst experimentierte ich mit Teebaumöl bei Pickeln auf der Haut und Aphthen im Mund. Danach folgte die Pfefferminze bei Kopfschmerzen und der Lavendel zur Entspannung. Weiter kam ich erst mal nicht. Erst Anfang 2017, mit der Eröffnung meiner Naturheilpraxis, habe ich mich wieder mehr und mehr den Ölen zugewendet.

Ätherische Öle und deren Ursprung

Ätherische Öle sind kein neuer Trend, erfahren jedoch aktuell besonders Aufmerksamkeit. Schon bereits 3000 v. Chr. hatte man wohl gewusst wie Kräuter, Blüten und diverse Pflanzenbestandteile destilliert werden. Sie werden schulmedizinisch als auch in der komplementären Medizin eingesetzt. Es gibt unwahrscheinlich viele wissenschaftliche Studien zur Aromatherapie, die deren Wirksamkeit belegen.

Ende des 19. Jahrhunderts erlitt der Chemiker René-Maurice Gattefossé schwere Verbrennungen durch einen Unfall in seinem Labor. Dieser fand schlussendlich zur Aromatherapie, weil er ätherisches Lavendelöl zur Behandlung der Wundbrandinfektion erfolgreich einsetzte. Dieser Mythos hat die Aromatherapie mit Sicherheit noch mehr in den Fokus der Medizin gebracht.

Die Aromatherapie soll nicht als alternative Medizin angesehen werden, sondern als komplementäres Verfahren, dass ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden kann. Sie wird heute oftmals in Krankenhäusern, in der Pflege und auch von Ärzten und Heilpraktikern angewandt.

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle entstehen als Produkt der Wasserdampfdestillation, Kaltpressung oder Extraktion bestimmter Pflanzen. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und fungieren als Signalstoffe für Mensch, Tier oder aber auch Mikroorganismen und Pflanzen. Als Nebenprodukt bei der Gewinnung ätherischer Öle, entsteht das sogenannte „Hydrolat“. Es wird umgangssprachlich auch gerne als „Pflanzenwasser“ bezeichnet, welches nochmal ganz andere Inhaltsstoffe als das ätherischen Öl enthält.

Die Haltbarkeit ätherischer Öle ist sehr unterschiedlich. Zitrusöle „vergehen“ viel schneller als ein ätherisches Weihrauchöl, welches mehrere Jahre haltbar ist. Es kommt natürlich auch immer auf die Lagerung und Umverpackung eines Öls an. Die Flasche sollte dabei möglichst dunkel sein und auch die Öle sollten dunkel gelagert werden.

Sie gelangen in unseren Körper durch die Nase, über die Haut/Schleimhaut oder über den Mund. Es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten und du kannst damit Kompressen, Raumsprays, leckere Gerichte oder ganz eigene Kreationen für deine Hausapotheke herstellen. Beachte hier immer die Sicherheitshinweise beim Umgang mit ätherischen Ölen.

ätherische Öle
Die Aromatherapie wird auch in Krankenhäusern und der Pflege eingesetzt

Wie du ätherische Öle einsetzen kannst

Ätherische Öle kannst du beispielsweise für einen Diffusor einsetzen, um den Raum oder deine Wohnung zu beduften. Vorsichtig solltest du hier jedoch sein, wenn du Tiere im Haus hältst. Sie finden die Gerüche zum einen meist gar nicht toll und zum anderen kannst du ihnen damit sogar schaden. Auch für Kinder und Schwangere kann der Einsatz ätherischer Öle problematisch bzw. eingeschränkt sein. Das hat viel mit dem jeweiligen ätherischen Öl, der Qualität, der Anwendung und auch der Dosierung zutun, die eingesetzt wird. Du solltest auch stark darauf achten ätherische Öle nicht in der Augenregion zu benutzen und auch niemals unverdünnt auf Schleimhäute auftragen.

Wenn du bisher noch keine Erfahrungen mit ätherischen Ölen gesammelt hast, würde ich dir ans Herz legen einen Kurs zu besuchen, oder dich mit interessanter und wertvoller Literatur einzudecken. Ich habe dir meine liebsten Bücher am Artikelende verlinkt.

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So verwende ich ätherische Öle:

  • Wenn ich merke, dass ich leichte Spannungskopfschmerzen bekomme, wende ich Pfefferminzöl an und trage dieses in meinem Nacken auf. Dazu habe ich mir einen Roll-On gebastelt mit 10 ml Jojobaöl und 8 Tropfen Pfefferminzöl
  • In meiner Praxis wende ich immer wieder gerne meinen Diffusor bei den Massagen an, aus verschiedenen Mischungen. Manchmal Zitrone und Lavendel, manchmal Mandarine und Magnolie. Oder auch gerne erdende Düfte wie Zeder oder Zypresse.
  • Bei Pickeln und Juckreiz habe ich mir eine Lotion aus Aloe Vera Gel, ein wenig Hanföl und wenigen Tropfen Teebaumöl hergestellt. Diese belasse ich im Kühlschrank und verwende sie nur nach Bedarf
  • Zum Gurgeln verwende ich super gerne die OnGuard Mischung von doTerra, die unter anderem Zimt und Nelke enthält. Auf 150 ml Wasser mische ich 2 Tropfen OnGuard und gurgle und spüle damit meinen Mund aus.
  • Im Haushalt wende ich sehr gerne ätherisches Orangenöl an, wenn ich beispielsweise Kleberreste nicht weg bekomme. Dazu befeuchte ich ein Tuch oder ein Wattepad mit warmen Wasser und träufle darüber 2-3 Tropfen Orangenöl. Auf Plastik sollte man das jedoch nicht anwenden, weil die darin enthaltenen Inhaltsstoffe das Plastik zerfressen können.

Du siehst ätherische Öle sind wirklich super vielfältig einsetzbar und schönerweise ist so ein Fläschchen meist auch relativ lang haltbar. Das waren nur einige Beispiele wie ich ätherische Öle bei mir anwende.

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Ätherische Öle sind vielfältig einsetzbar

Ätherische Öle und deren Qualität

Es gibt mittlerweile extrem viele Hersteller von ätherischen Ölen. Gerade hier wird extrem viel manipuliert und gepanscht. Auf was kann man sich also verlassen? Ätherische Öle sollten möglichst das Siegel „100 % naturreines ätherisches Öl“ enthalten.

Ätherische Öle können stark Pestizid belastet, aromatisiert oder schlichtweg schlecht in deren Qualität und Herstellung sein. Willst du ätherische Öle wirklich therapeutisch und z.B. auch innerlich, oder auf der Haut einsetzen, so muss meiner Meinung nach eine absolute Spitzenqualität gewährleistet sein. Ansonsten würde ich die Finger davon lassen, weil man sich hier wirklich auch schaden kann. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. Ätherische Öle werden zwar nicht so schnell verbraucht, jedoch braucht man sehr viel Pflanzenmaterial um ein ätherisches Öl herzustellen. Als Beispiel: Für 1 Tropfen ätherisches Rosenöl braucht es um die 60 Rosenblüten. Das ist wahnsinnig viel. Die meisten Ölfläschchen enthalten 5 oder 15 ml ätherisches Öl. Man kann sich also zusammenrechnen, wie viele Pflanzen dafür benötigt werden.

Die unterschiedlichen Qualitätskriterien: 

Ätherische Öle werden sehr unterschiedlich deklariert. Ich achte vor allem auf das Label „100 % naturreines Öl“. Alles was einen Wortlaut wie „ätherischer Auszug“, „naturidentisches ätherisches Öl“, „Duftöl“, „pur“ oder „Aromaöl“ hat, möchte ich nicht verwenden. Da ich ätherische Öle wirklich auch therapeutisch einsetzen möchte, will ich sicher sein, dass nicht verdünnt wird, minderwertige oder gar synthetische Substanzen verwendet werden.

Hier ist mir sehr wichtig, dass der Hersteller Rücksicht auf die Natur nimmt und nachhaltig produziert. Wenn das bedeutet, dass es dann eben mal Lieferengpässe bei einem jeweiligen Öl gibt, weil es nicht nachhaltig produziert werden kann, dann ist das eben so. Das macht für mich auch direkt einen guten und seriösen Eindruck.

Auch kommt es bei der Auswahl der Pflanzen auf den Erntezeitpunkt und Ort an – wird im Frühjahr oder Sommer geerntet? Auf dem Berg oder im Tal? Hier kann es wesentliche Unterschiede in der Potenz eines einzelnen ätherischen Öls geben. Bei der Rose verflüchtigt sich das ätherische Öl im Laufe des Tages u.a. durch die Wärme und das Sonnenlicht. Man erntet sie deshalb vor allem am Morgen.

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Inhaltsstoffe ätherischer Öle

Ein qualitativ hochwertiges und reines ätherisches Öl enthält nichts anderes als das ätherische Öl einer bestimmten Pflanze. Und jede Pflanze in der Natur enthält von Natur aus „Pflanzeninhaltsstoffe“. Die Klassiker sind hier u.a.:

  • Monoterpene: sie kommen sehr häufig in ätherischen Ölen vor und sind u.a. entzündungshemmend, schmerzlindernd, antiviral, antiseptisch und stimmungsfördernd (z.B. in Weihrauch und Zypresse)
  • Sesquiterpene: sollen krampflösend, ausgleichend, angstlösend und entzündungshemmend wirken (z.B. in Ingwer, Ylang Ylang, Patchouli)
  • Ester: ein Bestandteil der vor allem entspannend und angstlösend wirkt, außerdem auch antimykotisch und soll die Ausschüttung von Serotonin unterstützen (z.B. Lavendel fein, Kamille, Immortelle)
  • Phenole: sie kommen nur sehr selten in ätherischen Ölen vor und können eine sehr starke Wirkung haben (z.B. Thymian Thymol, Oregano, Zimt)
  • Cumarine: kommen meist nur in geringen Mengen in ätherischen Ölen vor und haben u.a. eine schmerzlindernde, Blutdruck regulierende und Schlaf fördernde Wirkung (z.B. in Bergamotte, Cassia Zimt, Tonka)

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Zusammensetzung ätherischer Öle immer unterschiedlich sein kann. Dies liegt beispielsweise am Erntezeitpunkt, an der Beschaffenheit des Bodens oder auch am Klima. Auch die Art und Weise der Herstellung spielt eine wichtige Rolle.

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Ätherische Öle enthalten verschiedene Inhaltsstoffe

Meine Lieblingsmarken, Öle und deren Einsatz

Momentan teste ich mich gerade durch die Welt der ätherischen Öle und probiere dabei verschiedene Marken aus. Einige davon kennst du möglicherweise schon und andere sind vielleicht neu für dich. Ich teste gerade Primavera, Farfalla, Oshadhi und doTerra und finde sie alle sehr gut.

Es lohnt sich auf jeden Fall auch bei vielen Marken reinzuschauen, die hochwertigste ätherische Öle anbieten. Viele haben neben den normalen Einzelölen auch interessante Mischungen, Roll Ons, Kosmetika, Parfum oder Nahrungsergänzungsmittel.

Hier möchte ich dir gerne noch ein paar tolle Bücher empfehlen, wenn du dich fachlich zu ätherischen Ölen informieren möchtest. Außerdem findest du auch viele tolle Rezepte und DIY´s in den Büchern, damit du direkt los legen kannst:

Ich hoffe dir hat dieser Beitrag gefallen und ich konnte dich ein wenig mit meiner Begeisterung zur Aromatherapie anstecken. Gerne darfst du meinen Artikel teilen!

Bis bald,

Eure Ailyn

Wildkräuter sammeln – Meine Impressionen


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