Hormonsystem unterstützen – Ganzheitliche Tipps

Zyklus Ernährung

Hormone steuern unser gesamtes Leben. Sie haben Einfluss auf unseren Schlaf, unsere Gefühle und die Fruchtbarkeit. Kommt es zu einem Mangel oder Überfluss an Hormonen, kann es auf Dauer zu kleineren oder sogar ernsthaften Beschwerden kommen. Das Hormonsystem definiert sich durch einen unglaublich feinen Regelkreis, der ständig überprüft, sucht, Defizite ausgleicht und unseren Körper versucht möglichst auf jede Situation optimal einzustellen.

Zu diesem Punkt lässt sich sicherlich ein ganzes Buch schreiben, doch es gibt viele einfache Möglichkeiten dein Hormonsystem zu unterstützen, auf ganz natürliche Weise. In diesem Beitrag lernst du eine Reihe ganzheitlicher Maßnahmen für ein gesundes Hormonsystem kennen.

Vorab: Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung oder Behandlung durch einen Therapeuten, sondern soll dir einen Überblick über ganzheitlich unterstützende Maßnahmen für das Hormonsystem zeigen. Solltest du gesundheitliche Probleme haben oder gar an einer schweren Erkrankung leiden, kontaktiere dazu bitte einen Arzt.

Was sind Hormone?

Der Begriff „Hormon“ stammt von dem althochdeutschen Begriff „horman“, welches „anregen“ bzw. „bewegen“ meint. Hormone sind Botenstoffe, die von verschiedenen Hormondrüsen unseres Körpers produziert und im Anschluss in unser Blut sezerniert werden. Über die Blutbahn gelangen Hormone zum Zielorgan und können dort schlussendlich ihre Wirkung entfalten.

Sie haben unter anderem einen Einfluss auf unsere Entwicklung, unser Wachstum, unser Befinden und die Sexualität. Hormone haben in unserem Körper also eine lebenswichtige Funktion. Ohne Hormone wäre ein Überleben für uns nicht möglich.

Das Hormonsystem unterstützen

Unser Hormonsystem ist ein Regelkreis. Verschiedene Organe kommunizieren und interagieren permanent miteinander. Die Grundlage für dessen Gesundheit besteht zunächst aus der optimalen Funktion dieser unterschiedlichen Organe. Darauf basierend hilft eine gesunde Ernährungsweise und später auch individuell geplante Maßnahmen in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten, die beispielsweise Heilkräuter, Mikronährstoffe oder auch speziellere Rezepturen betreffen.

1.) Naturbelassen und ausgewogen essen

Generell ist es wichtig möglichst darauf zu achten seinen individuellen Nährstoffbedarf zu decken. Dies bedeutet, dass möglichst alle Mikro- und Makronährstoffe aufgenommen werden sollten, die für ein gesundes Leben notwendig sind. Ideal ist es einen möglichst hohen Anteil an pflanzlicher Kost in seinem Speiseplan zu integrieren und dabei auf die Abdeckung von komplexen Kohlenhydraten, hochwertigem Protein und den richtigen Fettsäuren zu achten.

Schaffen wir es dabei außerdem möglichst auf biologische, saisonale und pestizidfreie Lebensmittel zurückzugreifen, steht einer gesunden und ganzheitlich geplanten Ernährungsweise nichts mehr im Wege. Auch die Regelmäßigkeit der Mahlzeiten und das Einhalten von Essenspausen zwischen den größeren Mahlzeiten, ist Voraussetzung für eine gesunde Funktion der Bauchspeicheldrüse, die u.a. das Hormon Insulin bildet.

Vermeide zudem Diäten – Hungerstoffwechsel bedeutet, dass der Körper an alles andere als Fortpflanzung denken möchte. Im Gegenteil, ständige Diäten bedeuten für den Körper oftmals puren Stress. In Stresssituationen wird vor allem unser Kampf-und-Flucht-Nerv, der Sympathikus, aktiviert. Indirekt bedeutet das auch, dass die korrekte und ausreichende Bildung von Sexualhormonen weniger Priorität hat. Zudem schreit der Körper förmlich nach Nährstoffen, wenn sie ihm fehlen. Dies kann in unliebsamen Heißhungerattacken enden, bei denen dann meist schnell verfügbare Kohlenhydrate favorisiert und gegessen werden.

Marjolein Dubbers – führende Expertin für Frauenheilkunde in den Niederlanden – schreibt in ihrem Buch „Hormonpower“: „Der Körper von Morgen liegt heute auf dem Teller“. Und ist es nicht wirklich so? Ich finde es verdeutlicht, welch wichtigen Einfluss unsere Ernährung für unseren Körper hat.

2.) Gesunde Fettsäuren unterstützen den Aufbau der Sexualhormone

Fett ist nicht gleich Fett. Und so sind Transfettsäuren aus Pommes Frites, Wurst & Co. definitiv nicht empfehlenswert. Die richtigen Fettsäuren können uns dabei unterstützen Cholesterin aufzubauen, welches für die Bildung der Sexualhormone unglaublich wichtig ist. Wir assoziieren den Begriff Cholesterin vor allem mit etwas Negativem, dabei leiten sich die Steroidhormone in deren Bildung (z.B. Östrogen, Progesteron und Testosteron) vom Cholesterin ab. Kurz gesagt, Cholesterin ist der Grundbaustein für alle Geschlechtshormone. Die Zufuhr gesunder Fettsäuren hat also hohe Priorität für ein gesundes Hormonsystem.

Gute Fettsäuren stecken vor allem in Nüssen, Saaten, Avocados, Oliven, Bio-Eiern, Algen, Gemüse, Soja oder aber auch in hochwertigen Ölen wie Lein- oder Hanföl. Gerade Nüsse und Saaten lassen sich wunderbar als Topping über einen leckeren Haferbrei, Salate oder auch über deftige und süße Speisen streuen.

Wichtig zu wissen: Fett macht nicht gleich Fett! Der Konsum von Lebensmitteln, die aus einer Kombination von Fett und Zucker bestehen, kann auf Dauer jedoch in größeren Mengen dick machen.

Hormonsystem unterstützen
Fette für ein gesundes Hormonsystem
3.) Ausreichend und hochwertiges Protein

Hochwertige Proteine sind ebenso wichtig für den Aufbau von Hormonen, wie die richtigen Fettsäuren. Hier sollten wir vorwiegend auf pflanzliches Protein setzen, z.B. aus Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen, Nüssen, Saaten, Quinoa, Hirse, Amaranth, Haferflocken, fermentierte Sojaprodukte in kleinen Mengen, Hefeflocken oder auch grünes Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat oder Mangold. In kleinen Mengen können auch Bio-Eier einen Beitrag zur Deckung des Proteinbedarfs leisten.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der Proteinbedarf für Erwachsene bei ca. 0,8-1 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Solltest du sportlich sehr aktiv sein, so kann dein Bedarf an allen Nährstoffen erhöht sein. Dies gilt dann natürlich auch für das Protein. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit solltest du darauf achten mehr Protein zu dir zu nehmen.

Bei einem Proteinmangel kommt es leider sehr schnell zu unerwünschten Symptomen. Proteine haben eine Funktion für den Stoffwechsel, wie auch für den Bau und die Funktion aller Zellen und Gewebe. Hier ist es zudem wichtig auf die sogenannte Biologische Wertigkeit eines Proteins zu achten. Diese zeigt an wie gut aus Nahrungsproteinen körpereigene Proteine hergestellt werden können. Außerdem sollten wir über unsere Ernährung alle essentiellen Aminosäuren erhalten, die der Körper benötigt und auch nicht selbst herstellen kann.

Über tierische Proteine ist dieser Bedarf durch einzelne Lebensmittel zwar einfacher gedeckt, jedoch kann bei einer ausgewogenen und rein pflanzlichen Ernährung ebenfalls hochwertiges Protein im gewünschten Maß verzehrt werden. Man achtet hier ganz einfach darauf, dass man verschiedene Proteine miteinander kombiniert, um die biologische Wertigkeit zu erhöhen, z.B. Reisgerichte mit Bohnen oder Pasta mit veganer Linsenbolognese. Eine tolle Übersicht bietet dazu auch der ProVeg: Proteinmangel mit vegan-vegetarischen Lebensmitteln vorbeugen.

Protein vegan
Proteine – Auf die biologische Wertigkeit kommt es an
4.) Komplexe Kohlenhydrate, um starke Blutzuckerspiegelschwankungen zu vermeiden

Statt der typisch „leeren“ Kohlenhydrate wie die süßen Stückchen oder die weißen Brötchen vom Bäcker, ist es sinnvoll auf komplexe Kohlenhydrate umzusteigen. Darunter fallen beispielsweise Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, Gemüse, Quinoa, Hirse, Amaranth, Haferflocken, Nüsse, Samen und Saaten, aber auch Vollkorn-Getreidesorten. Komplexe Kohlenhydrate werden bei der Verdauung anders aufgespalten als isolierte Kohlenhydrate. Sie führen zu einem viel leichteren Anstieg des Blutzuckerspiegels und schonen die Bauchspeicheldrüse durch eine geringere Insulinausschüttung.

Isolierte Kohlenhydrate – klassischerweise Produkte, die aus Auszugsmehlen bestehen – enthalten sehr viel weniger Nährstoffe als Lebensmittel, bei denen zum Beispiel noch die Randschicht des Korns enthalten ist. Komplexe Kohlenhydrate enthalten jede Menge Ballaststoffe, die länger satt machen und unseren Darm unterstützen.

Starke Blutzuckerspiegelschwankungen führen nämlich dazu, dass die Bauchspeicheldrüse permanent Insulin ausschütten muss. Eine Verbindung, bezüglich einer Veränderungen im Hormonsystem, stellt man hier gedanklich oft erst mal gar nicht her. Das Insulin kann jedoch die Androgenproduktion in den Thekazellen (Follikelhüllzellen) erhöhen, so dass es mit der Zeit zu einer sogenannten „Vermännlichung“ bei Frauen kommen kann. Die typischen Symptome eines Testosteronüberschusses (Hyperandrogenämie) sind dabei außerdem Akne, Haarausfall, Zyklusstörungen, Amenorrhoe, Übergewicht und das PCO-Syndrom.

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Hormonsystem Stress
5.) Bewegung, Entspannung und Stressmanagement

Regelmäßige Bewegung spendet dir eine Extraportion Endorphine im Alltag. Während du dich bewegst werden zahlreiche Hormone ausgeschüttet. Die richtige Bewegung lässt dich Aufatmen und erleichtert dir das Stressmanagemenet in deinem Alltag. Hier ist es wichtig die richtige Sport- oder Entspannungsmethode zu finden, die zu einem passt.

Fakt ist, dass enormer Stress über eine lange Dauer, ständig erhöhte Cortisolwerte verursachen kann. Stress ist mit Sicherheit einer der größten negativen Triggerfaktoren für das weibliche Hormonsystem. Die Nebenniere wird permanent gestresst, ein Organ, welchem wir uns gleich noch widmen werden. Die Schilddrüse kann daraufhin den Stoffwechsel verlangsamen, damit die Nebennieren geschützt werden. Das Hormonsystem wird also ständig überstrapaziert.

Es sollte immer das richtige Maß an Bewegung sein, denn exzessiver Sport kann dein Hormonsystem in ein Chaos stürzen. Dies bemerken Frauen beispielsweise oft an einer ausbleibenden oder nur sehr seltenen, schwachen Regelblutung. Und auch der Testosteronspiegel kann durch zu viel Sport bei Frauen ansteigen und dadurch zu körperlichen Veränderungen führen.

Sport, der dich gefühlt an deine Grenzen bringt und möglicherweise deinen Körper überfordert, sorgt wie gesagt aber auch dafür, dass wir vermehrt Cortisol – unser sogenanntes „Stresshormon“ ausschütten. Cortisol sorgt dafür, dass uns möglichst schnell Energie bereitgestellt wird. Intensives Training bedeutet also gleichzeitig auch ein wenig Stress für den Körper, der sich aber wiederum auch positiv auswirken kann. Betrachtet man den Steinzeitmenschen, wird dies noch deutlicher. Beim Sport werden Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt, die unter anderem unsere Herzfrequenz erhöhen und die Muskulatur besser mit Energie versorgen, damit wir vor dem „Mammut“ flüchten bzw. es jagen können.

Suche dir eine Sportart, die zu dir passt und dir wirklich Spaß macht. Yoga kann beispielsweise auf einer Seite durch die richtigen Atemübungen und Dehnungen unglaublich entspannend, aber auch fordernd wirken. Ausdauer- und Kraftsporteinheiten helfen deiner Muskulatur und dem Herz-Kreislauf-System. Tägliche kurze Spaziergänge verbinden dich wieder mit der Natur und erden ungemein.

Yoga Studie
Yoga, Meditation und Bewegung zur Entspannung im Alltag
6.) Stärke deinen Darm und die guten Darmbewohner

Nicht nur die „klassischen“ Hormondrüsen spielen eine wichtige Rolle in Bezug auf unser Hormonsystem. Zum einen profitiert das Hormonsystem von einem intakten Darm, der in der Lage ist alle Nährstoffe ideal zu resorbieren. Auf der anderen Seite findet ein Teil der Umwandlung der Schilddrüsenhormone im Darm statt. Ein wichtiger Prozess, damit die Schilddrüsenhormone aktiv wirken können. Eine Schilddrüsenstörung macht sich vor allem durch einen gestörten Stoffwechsel bemerkbar, der beispielsweise gesteigert oder verlangsamt sein kann.

Echte Probleme können dann entstehen, wenn es zu einem sogenannten „Leaky-Gut-Syndrom“ kommt. Durch die Darmwand gelangen während des Verdauungsprozesses wichtige Nährstoffe. Dabei bestimmt der Darm, welche Stoffe er ins Blut passieren lässt und welche nicht. Bei einem Leaky-Gut-Syndrom ist die Darmschleimhaut entzündet und die feinsten Löchlein in der Darmschleimhaut, werden mit der Zeit größer und lassen somit auch nicht erwünschte Stoffe passieren. So können unter anderem auch Bakterien oder Giftstoffe in die Blutbahn gelangen und das Immunsystem provozieren. Besonders Hauterkrankungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen sollen einen Zusammenhang mit einer gestörten Darmflora aufweisen.

Außerdem produziert der Darm unser Glückshormon Serotonin. Haben wir nur wenig Serotonin im Blut leiden wir möglicherweise unter Depressionen, Angststörungen, Migräne oder auch unter einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus.

Für einen gesunden Darm sorgen wir in erster Linie über eine gesunde, ausgewogene und naturbelassene Ernährung. Aber auch Pro- und Präbiotika spielen für den Darm eine wichtige Rolle. Hier erfährst du mehr zur optimalen Ernährung für den Darm:

Gesunde Ernährung für den Darm: Meine 8 großen Ernährungstipps

Darm Ernährung
Gesunde Ernährung für den Darm
7.) Unterstütze die Leber in ihrer Funktion

Die Leber ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan und hat in erster Linie die Funktion giftige in unschädliche Stoffe umzuwandeln. Unter anderem baut sie aber auch Hormone auf und ab. Sie ist die größte Drüse des menschlichen Körpers und teilt sich in zwei Leberlappen auf, die insgesamt 1,5 kg schwer sind. Wir finden die Leber geschützt im rechten Oberbauch hinter den Rippen.

Für die Leber wird es zunehmend schwieriger ihre Arbeit gut und sorgfältig zu entrichten. Schuld daran ist unter anderem unsere stark industriell verarbeitete Nahrung, die meist Zusatz- und Giftstoffe enthält. In kleinen Mengen kommt die Leber damit meist noch gut aus, doch sind wir mittlerweile auch vielen Umweltgiften und Medikamenten ausgeliefert, die von der Leber verarbeitet werden müssen. Auch Kosmetika enthalten immer mehr kritische Inhaltsstoffe, die über die Haut aufgenommen werden können.

In Bezug auf das Hormonsystem lässt sich sagen, dass die Leber u.a. dafür verantwortlich ist Hormone zu metabolisieren. Hierunter fallen vor allem die Sexualhormone. Ist die Leber beispielsweise nicht in der Lage das Hormon Östrogen abzubauen, kann es zu einer Östrogendominanz kommen, welche sich in einer Gewichtszunahme oder auch einer schmerzhaften Periode zeigen kann. Die Gewichtszunahme verursacht der Körper dabei selbst – er deponiert das überschüssige Östrogen in einem sicheren Bereich, damit das Östrogen keine ernsthaften Schäden anrichten kann, nämlich in unseren Fettzellen.

Die Leber mag beispielsweise überhaupt nicht:

  • Übermäßiger Genuss von Alkohol
  • Ein zu viel an tierischen und fettigen Lebensmitteln, Zucker und das Essen im Überfluss an sich
  • auch Medikamente und Drogen machen der Leber schwer zu schaffen

Die Leber benötigt für ihre Aufgaben hochwertige Nährstoffe. Eine bunte, abwechslungsreiche Ernährung, die möglichst frei von Zusatzstoffen und Pestiziden ist, unterstützt die Leber in ihrer Funktion.

Auch zum Thema Leber gibt es noch ein bisschen mehr zu sagen. Mehr zum Thema Leber findest du in meinem Artikel „Die Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“.

Hormonsystem
Mariendistel als Leber stärkende Pflanze
8.) Sorge für ein gesundes Gewicht

Unser Körpergewicht spielt für unser Hormonsystem eine bedeutende Rolle. Wir sollten unser „Normalgewicht“ anstreben und möglichst schauen, dass wir weder über- noch untergewichtig sind.

Untergewicht führt häufig dazu, dass der Körper in den „Selbsterhaltungsmodus“ umstellt und sich nicht mehr um das Thema Fortpflanzung kümmern möchte. Dies führt dann häufig dazu, dass man Veränderungen im Zyklus beobachten kann. Klassischerweise kommt es dann zu einer schwachen Periode, einem verlängertem Zyklus oder auch zum völligen Ausbleiben der Regelblutung – einer sogenannten „Amenorrhoe“. Mehr dazu findest du hier: Amenorrhoe – wenn die Regelblutung ausbleibt. Ein zu niedriger Körperfettanteil sorgt dafür, dass unsere Sexualhormone nicht mehr richtig aufgebaut werden.

Aber auch Übergewicht kann pures Gift für unseren Hormonhaushalt bedeuten. Hier muss beachtet werden, dass es sich gerade bei Bauchfett, um Gewebe handelt, welches eine starke hormonelle Aktivität aufweist. Eine Östrogendominanz führt beispielsweise oft zu vermehrtem Bauchfett und gleichzeitig kann das Bauchfett wiederum Östrogene produzieren – ein wahrer Teufelskreis!

Doch wie achtet man auf ein gesundes Körpergewicht? Dazu lässt sich viel sagen. Wenn man aber für den Start eine „Faustregel“ braucht, sollte man möglichst schauen, dass man nur so viel isst, wie man tatsächlich verbrauchen kann und regelmäßig Kraft- und Ausdauersport im Alltag integriert. Für manche ist es hier sinnvoll ein Ernährungs- und Fitnesstagebuch zu führen, um die eigenen Stärken und Schwächen im Auge behalten zu können.

9.) Achte auf einen gesunden Blutzuckerspiegel

Ständige Blutzuckerspiegelschwankungen führen dazu, dass die Bauchspeicheldrüse permanent Insulin produzieren muss. Dies führt auf Dauer dazu, dass die Zellen irgendwann völlig „satt“ von der ganzen Glucose sind und dem Insulin den Laufpass geben wollen. Auf der anderen Seite möchte der Körper aber unbedingt den Blutzuckerspiegel senken und die Bauchspeicheldrüse produziert mehr und mehr Insulin. Das Hormon Insulin ist nämlich dafür verantwortlich Glucose in die Zellen zu transportieren.

Beispiele für Symptome einer sich langsam entwickelnde Insulinresistenz:

  • Starke Heißhungerattacken auf Süß oder schnelle Kohlenhydrate wie z.B. Brot
  • Übergewicht, das hartnäckig bleiben will
  • Erschöpfung nach den Mahlzeiten
  • Schlechte Laune und Kopfschmerzen zwischen langen Essenspausen
  • Leistungsminderung

Eine erhöhte Ausschüttung des Insulins lockt auch dessen Gegenspieler, nämlich Adrenalin, Cortisol und das Wachstumshormon Somatropin (STH). Sie sind neben dem Hormon Glucagon in der Lage den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Ist der Insulinspiegel im Blut permanent erhöht, kann kein Fett verbrannt werden. Das permanente Essen zwischen den Mahlzeiten erschwert also deutlich die Gewichtsabnahme, bzw. führt auf Dauer dazu, dass wir wahrscheinlich sogar zunehmen können.

Ständige Blutzuckerspiegelschwankungen provozieren also das Hormonsystem und können auch dazu führen, dass wir schneller an Gewicht zulegen. Übergewicht ist wiederum hormonaktives Gewebe, so dass wir möglichst auf eine vollwertige natürliche Ernährung schauen sollten. Auch Pausen zwischen den Mahlzeiten sollten eingeplant werden, in denen nicht nur auf Snacks, sondern auch auf süße Getränke verzichtet werden sollten.

Essen wir nährstoffreiche Lebensmittel, mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen, sind wir zum einen schneller satt und zum anderen treten Heißhungerattacken deutlich seltener auf. Der Großteil der Ernährung sollte dabei aus Gemüse bestehen, das mit hochwertigem Eiweiß, komplexen Kohlenhydraten und gesunden Fetten kombiniert wird. Omega-3-Fettsäuren sind zudem in der Lage die Insulinsensibilität der Zellen zu erhöhen, so dass Glucose im Blut schneller abtransportiert werden kann. Neben einer gesunden Ernährung ist es zudem sehr wichtig sich täglich zu bewegen und regelmäßig Sport zu machen. Bleiben wir aktiv, können wir dadurch unseren Blutzuckerspiegel in Balance halten.

Blutzuckerspiegel stabilisieren
Blutzuckerspiegel stabilisieren für ein gesundes Hormonsystem
10.) Unterstütze deine Nebennierenrinde

Deine Nebennieren sitzen ganz unscheinbar wie kleine Käppchen auf der Niere und bestehen aus der Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark. Doch so klein wie sie auch sind, haben sie eine bedeutende Funktion in unserem Hormonsystem.

Die Nebennierenrinde produziert die Hormone Aldosteron und Cortisol, aber auch einen Vorläufer der weiblichen und männlichen Geschlechtshormone, nämlich DHEA (Dehydroepiandrosteronacetat). Das Nebennierenmark produziert die sogenannten Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin.

Bei zu viel Stress kann es zu einer völligen Erschöpfung der Nebennieren kommen. Die Cortisolproduktion, die eigentlich einem ganz natürlichem Rhythmus und Tagesschwankungen unterliegt, verändert sich dabei. Cortisol spielt eine wichtige Rolle, wenn wir morgens aus dem Bett kommen wollen – in den Morgenstunden ist die Cortisolproduktion beim gesunden Menschen am höchsten.

Die Anzeichen einer Nebennierenerschöpfung sind nicht immer sofort eindeutig, jedoch kann sich das Wohlbefinden maßgeblich verändern. Wir fühlen uns nicht mehr in der Lage die alltäglichsten Dinge zu erledigen, sind ständig müde, die Konzentration und auch das Erinnerungsvermögen kann erschwert sein. Auch das Immunsystem kann unter dem Cortisol-Mangel leiden. Die Libido lässt nach, so dass wir meist keinerlei Lust mehr nach Sex verspüren. Dies sind nur einige Symptome, die bei einer Nebennierenerschöpfung auftreten können.

Eine Nebennierenerschöpfung entsteht meist durch lang anhaltende Stresssituationen, aber z.B. auch durch Schlafmangel, Schichtarbeit, Jetlags oder eine ungesunde Ernährungsweise.

Was kannst du nun tun, um deine Nebennieren zu unterstützen? Versuche folgendes zu berücksichtigen:
  • Reduziere Stress und alle Faktoren, die zur Nebennierenschwäche beitragen könnten: Finde die Ursache deiner Erschöpfung und baue dir möglichst viele Ressourcen und Ruheoasen im Alltag ein, um deinen Cortisolspiegel stabil zu halten – beispielsweise über Spaziergänge, Yoga, Progressive Muskelentspannung oder Atemübungen.
  • Vermeide starke Blutzuckerspiegelschwankungen: Dadurch muss deine Bauchspeicheldrüse nur wenig Insulin ausschütten. Achte dabei vor allem auf komplexe Kohlenhydrate und verzichte bewusst auf schnelle Kohlenhydrate wie Süßigkeiten oder Pasta, Brot aus Auszugsmehlen und auch auf große Mengen von zu süßem Obst.
  • Betreibe moderaten Sport wie z.B. ein leichtes Ausdauer- und Krafttraining oder auch forderndes Yoga: Stresst du deinen Körper zu sehr durch intensive Sporteinheiten oder gar Marathonläufe, bekommt er ständig die Meldung vor dem Mammut zu flüchten. Wir geraten in eine Kampf-und-Flucht-Situation, so dass der Körper vor lauter Stress noch mehr Cortisol ausschüttet.
  • Ein kleiner (!) Snack vor dem Schlafengehen: möglichst mit Eiweiß und Fett kann die Cortisolproduktion in der Nacht fördern. Bitte beachte dabei, dass du bei starken Verdauungsbeschwerden mit diesem Tipp in Konflikt geraten könntest, weil hier spätes Essen eher vermieden werden sollte.
  • Verzichte auf Transfettsäuren: Sie lassen den Cholesterinspiegel ansteigen. Cortisol ist an der Regulation des Cholesterinspiegels beteiligt. Somit lassen ungesunde Fette aus Pommes, Wurst & Co. automatisch unser Cortisol steigen.
  • Vermeide Kaffee, Cola, Energy Drinks und Zucker: Durch diese „Wach- und Muntermacher“ bekommt der Körper automatisch den Impuls mehr Cortisol zu produzieren. Wie wir nun wissen, ist dies die Aufgabe der Nebennierenrinde. Eine Alternative zu Kaffee ist z.B. Grüner Tee. Durch das darin enthaltene L-Theanin soll die Cortisolproduktion sogar reduziert werden können.
  • Ernähre dich möglichst naturbelassen, vitalstoffreich und gesund: Stelle dem Körper außerdem, über die Zufuhr hochwertiger Fettsäuren und Proteine, langfristig Energie zur Verfügung. Dazu findest du auf meinem Blog viele wichtige weitere Tipps.
  • Informiere dich über Ashwaganda, Rhodiola rosea oder Ginseng: Diese Phytotherapeuktika werden gerne als sogenannte „Adaptogene“ bezeichnet. Sie können dabei helfen Ängste und Stress zu reduzieren und deinen Cortisolspiegel positiv beeinflussen. Auch die B-Vitamine und Magnesium können dabei helfen deinen Körper weniger anfällig für Stress zu machen. Dazu frägst du am besten deinen Therapeuten.
  • Achte auf einen gesunden Schlaf: Der Raum, in dem du schläfst, sollte möglichst abgedunkelt sein. Alle störenden Faktoren, wie z.B. WLAN-Router, Smartphones und mögliche Geräuschquellen sollten beseitigt werden. Wenn es dunkel wird, ist der Körper in der Lage Melatonin (Schlafhormon) zu bilden und das Cortisol sinkt automatisch ab.

Die Nebenniere ist also ein wichtiges Organ, wenn es um den Abbau von Stress geht. Bei anhaltendem Stress wird der Körper permanent dazu gezwungen Stresshormone zu produzieren. In diesem Moment hat er keine Lust sich fortzupflanzen und andere wichtige Hormone zu produzieren.

Gehe zum Arzt und/oder Heilpraktiker, wenn du das Gefühl hast etwas stimmt nicht. Sinnvoll ist es sich schulmedizinisch, als auch naturheilkundlich beraten zu lassen.

Nebennierenerschöpfung
Eine Erschöpfung der Nebennieren führt zu Cortisolmangel
11.) Sorge für ausreichend Vitamin D

Das Thema Vitamin D ist in aller Munde. Dass wir auf das Sonnenlicht angewiesen sind ist längst bekannt. Bei sehr vielen Menschen zeigt sich ein Vitamin D Mangel, mit ganz unterschiedlichen Symptomen. Unser Sonnenvitamin D weist vom chemischen Aufbau her, eine sehr ähnliche Struktur zu unseren Sexualhormonen oder Cholesterin auf. Unter anderem spielt es eine unglaublich wichtige Rolle für unser Hormonsystem.

Früher hatte man vor allem über die Bedeutung von Vitamin D3 in Bezug auf die Knochengesundheit gewusst. Bekannt ist nämlich, dass Vitamin D3 die Mineralisation und Härtung der Knochen unterstützt.  Heute wissen wir jedoch, dass Vitamin D3 jede Menge andere wichtige Aufgaben im menschlichen Körper hat. Du kannst hier noch viel mehr zum Thema Vitamin D nachlesen. Außerdem zeige ich dir in diesem Beitrag, mit welchem Vitamin D Präparat ich supplementiere: Vitamin D3 Öl mit K2 und Vitamin A.

Vitamin D wird vor allem durch die Einwirkung von UV-B-Strahlung über die Haut gebildet und nur zu einem geringen Anteil über die Ernährung aufgenommen. Über die Ernährung nehmen wir nur etwa max. 10-20 % der benötigten Menge an Vitamin D3 ein. Enthalten ist Vitamin D in fettem Seefisch, Pilzen, Eiern und Leber. Diese werden meist nur selten ausreichend verzehrt und von manchen Menschen gar nicht gegessen (z.B. Vegetarier, Veganer, Allergiker).

Da Vitamin D3 ein fettlösliches Vitamin ist, sollte bei einer Supplementierung immer daran gedacht werden, dass Vitamin D3 zusammen mit hochwertigen Fetten eingenommen wird. Idealerweise enthalten viele Supplemente bereits Fette in Kombination mit Vitamin D3. Meist wird empfohlen ein Vitamin D3 Supplement gemeinsam mit der Aufnahme der Mahlzeiten einzunehmen.

Die Konsequenzen eines Vitamin D3 Mangels für den Menschen sind weitreichend und betreffen nicht nur unser Hormonsystem.

Vitamin D Mangel
Vitamin D ist essentiell für ein gesundes Hormonsystem
12.) Vermeide möglichst industriell verarbeitete Nahrungsmittel

Hoch verarbeitete Nahrungsmittel sind meist vollgepackt mit Zusatzstoffen, E-Nummern, künstlichen Aromen, zu viel Zucker und Fett. Da dies meist abgepackte Nahrungsmittel betrifft, die eine lange Haltbarkeit aufweisen, muss der Hersteller dafür sorgen, dass das Essen schmackhaft bleibt.

Wir sollten bedenken, dass bis zur Einführung von Konserven und Fertiggerichten in Supermärkten, meist nur frische Lebensmittel von unseren Groß- und Urgroßeltern verwendet wurden. Meiner Meinung nach ist unsere Ernährung einer der größten Ursachen für die heutige Fülle an Zivilisationserkrankungen in unserer Gesellschaft.

Es ist nicht nur so, dass wir unseren Körper mit synthetischen Stoffen auf Dauer vergiften, vielmehr verwehren wir uns selbst den Zugang zu wirklich notwendigen Nährstoffen. Greifen wir auf Dauer mehr und mehr auf Industrie-Food zurück, können schnell Mangelerscheinungen entstehen, die große Konsequenzen für unser Hormonsystem und Wohlbefinden haben.

Es gibt ein wunderbares Buch dazu, welches mir die Augen geöffnet hat, wenn es um Kaufentscheidungen im Supermarkt geht: Lebensmittel-Lügen – Wie die Food Brance trickst und tarnt* – Es ist mit Sicherheit eines der besten Bücher, welches in meinem Regal steht und mit schönen, passenden Illustrationen gestaltet.

13.) Mache dir Gedanken über eine hormonfreie Verhütung

Die bewusste Entscheidung auf eine hormonfreie Verhütung umzusteigen ist für manche Frauen wohl einer der besten Entscheidungen überhaupt. Neben all den Nebenwirkungen, die synthetische Hormone mit sich bringen können, ist es doch so viel schöner sich wieder richtig als Frau fühlen und wahrnehmen zu können.

Die Antibabypille weist eine ganze Reihe Nebenwirkungen auf: Stimmungsschwankungen, erhöhtes Thromboserisiko, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Zwischenblutungen, Libidoverlust, erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten und vieles mehr.

Besonders schade ist es, wenn Mädchen und Frauen durch die Einnahme der Antibabypille plötzlich keine Lust mehr auf Sex verspüren. Viele junge Mädchen lernen diese sexuelle Lust aber auch gar nicht erst kennen. Sie nehmen die Pille bereits in frühen Jahren und lernen ihren Körper dadurch nicht richtig kennen. Gerade vor dem Eisprung merken Frauen sehr häufig ein gesteigertes Lustempfinden, welches unter der Einnahme der Antibabypille ausbleibt. Und leider bezieht sich diese Erfahrung auf viele Frauen.

Ich möchte gerne jeder Frau ans Herz legen sich mit der symptothermalen Methode auseinander zu setzen. Auch ich hatte anfangs das Gefühl, dass diese Methode sehr aufwendig und unsicher ist. Und natürlich habe ich mich dann sehr intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und bemerkt, dass meine Sorgen unbegründet sind. Wichtig ist, dass man sich diesem Gebiet ganz intensiv widmet und am Ende freut man sich auch darüber, wenn man als Frau selbst feststellen kann, in welcher Phase des Zyklus man sich gerade befindet und seinen Körper dadurch immer besser kennenlernt. Ganz unten in diesem Beitrag empfehle ich dir eine Reihe von passenden Büchern, die dir hier helfen können.

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14.) Achte auf eine gesunde Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein doch sehr unscheinbares Organ, das wie ein Schmetterling an der Vorderseite unseres Halses liegt. Dabei spielt sie eine unglaublich wichtige Rolle für unser Hormonsystem. Gerade wenn es zu Stoffwechselstörungen kommt, sollten wir die Schilddrüse einmal näher betrachten.

Frauen leiden deutlich häufiger unter Schilddrüsenbeschwerden und meist ist es die Schilddrüsenunterfunktion, die zu unerwünschten körperlichen, wie auch psychischen Veränderungen führen kann. Aktuell schätzt man, dass ein Viertel der Frauen in Deutschland unter Schilddrüsenproblemen leidet – teilweise unwissend. Eine Schilddrüsenstörung ist auch nicht immer sofort im Blut messbar. Werden die Schilddrüsenwerte kontrolliert, sollten zumindest die Hormone TSH, T3 und T4 angeschaut werden. Die Schilddrüse arbeitet gemeinsam eng verzahnt mit unserer Hypophyse. Dieses Organ gibt der Schilddrüse direkt Signale, ob zu viele oder zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut vorhanden sind. Die Schilddrüse kann darauf direkt reagieren.

Bei Schilddrüsenproblemen scheint es übrigens auch Zusammenhänge zur Antibabypille zu geben. Es können Mangelerscheinungen an Nährstoffen entstehen, die von der Schilddrüse dringend benötigt werden. Auch die Leber ist als Hauptentgifter in unserem Körper dafür verantwortlich das synthetische Hormon abzubauen. Dies kann mit der Zeit eine Belastung für die Leber bedeuten.

Eine Schilddrüsenunterfunktion führt beispielsweise zu folgenden Symptomen: Müdigkeit, Verstopfungen, Gewichtszunahme, kalte und teigige Haut, Neigung zum ständigen Frieren, Haarausfall, trockene Haut, depressive Verstimmungen, niedriger Blutdruck, Zyklusstörungen oder verminderte Libido.

Dabei hat eine Schilddrüsenüberfunktion die gegenteiligen Symptome: Nervosität und Unruhe, Heißhunger, Gewichtsabnahme, gesteigertes Wärmeempfinden, übermäßiges Schwitzen, feuchtwarme Haut, erhöhter Blutdruck, Durchfall oder Zittern.

Schwankungen in der Produktion der Schilddrüsenhormone können sich aber auch in Form von Zyklusschwankungen bemerkbar machen. Manche Mädchen und Frauen bekommen dann sogar nicht mal mehr ihre Periode. Wenn man also unter einer sehr schwachen oder ausbleibenden Regelblutung leidet, sollte man sich auch in Bezug auf die Schilddrüse Gedanken machen.

Für eine gesunde Schilddrüse benötigen wir Jod, welches sich vor allem in Fisch, Seetang und Eiern befindet. Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie die Hashimoto Thyreoiditis, sollte man sich gründlich informieren, wie man mit dem Thema Jod umgeht. Hier gibt es aktuell sehr kontroverse Diskussionen, die Pro Jod sind bei Hashimoto und teilweise auch dagegen. Hier einige meiner Lieblingsbücher zum Thema:

Unterstützen können wir eine gesunde Schilddrüse außerdem mit Selen, Zink und Magnesium. Gerade Paranüsse enthalten als natürliche Quelle beispielsweise sehr viel Selen. Auch die Reduktion von zu vielen Teigwaren (v.a. Gluten), kann dabei helfen die Schilddrüse gesund zu halten. Im Allgemeinen würde ich hier wieder eine naturbelassene Ernährung, mit allen wichtigen Nährstoffen und ein gesundes Mittelmaß empfehlen.

Schilddrüse Selen
Die Schilddrüse gleicht einem Schmetterling
15.) Achte auf einen gesunden und ruhigen Schlaf

Ein gesunder Schlaf bedeutet viel mehr als im Alltag leistungsfähig bleiben zu können. Das Hormonsystem hat einen großen Einfluss darauf wie lange, gut und erholsam wir schlafen. Auf der anderen Seite begünstigt ein gesunder Schlaf auch ein gesundes Hormonsystem.

Einige Tipps, die dir helfen könnten abends schneller zur Ruhe zu kommen und auch durchschlafen zu können:
  • Raum abdunkeln: damit wir nicht von künstlichen Lichtquellen, wie z.B. Straßenlaternen oder Autolichtern in der Nacht gestört werden. Dies gaukelt dem Körper vor, dass der Tag bevorsteht und kann leider dazu führen, dass wir immer wieder aufwachen, oder schlecht einschlafen.
  • Die Nebennieren unterstützen, um ein gesundes Cortisol-Melatonin-Verhältnis herzustellen: Morgens wird vom Körper vor allem viel Cortisol ausgeschüttet, als natürlicher Wachmacher, damit wir fit in den Tag starten können. Geht es in Richtung Abendstunden, sollte das Cortisol möglichst wieder absinken, damit sein Gegenspieler Melatonin ausgeschüttet werden kann. Melatonin ist das Schlafhormon und wird mittlerweile erschreckenderweise sehr umsatzstark in Apotheken verkauft, v.a. in den USA. Viel besser ist es doch auf natürliche Weise für einen gesunden Schlaf zu sorgen. Melatonin schützt zudem vor Entzündungen und Alterungsprozessen.
  • WLAN, Telefone und Handys: Viele Menschen reagieren auf Schnurlostelefone oder auf Router, wenn sich diese in unseren Räumlichkeiten befinden und auch in der Nacht angeschaltet bleiben. Auch hier kann man durch Mehrfach-Steckdosen bequem alles über Nacht ausschalten, was nicht benötigt wird. Liegt das Handy neben dem Kopfkissen, sollte man es möglichst in den Flugmodus schalten.
  • Blaulicht vermeiden: Das Blaulicht durch Handys scheint eine stark negative Wirkung auf unsere Schlafqualität zu haben. Und auch wenn bei vielen Smartphones mittlerweile ein Blaulichtfilter zum Einsatz kommt, ist das ständige Sitzen oder Liegen vor Bildschirmen einfach nicht natürlich für unseren Körper. Viele halten sich vor dem Schlafengehen in sozialen Netzwerken auf und werden von Reizen, schlechten Nachrichten oder Konsumgütern nur so überflutet.
  • Zur Ruhe kommen, durch die richtigen Aktivitäten: Ein angenehmer Spaziergang mit gutem Gesprächen kann vor der Bettruhe Wunder wirken. Aber auch Yoga, Autogenes Training, Meditation und jegliche Atemübungen beruhigen den Geist und lassen den Körper herunterfahren.
  • Das richtige Essen und Trinken: Jeder Mensch ist individuell und deshalb kann bei dieser Empfehlung nicht pauschalisiert werden, was man abends noch zu sich nehmen sollte und was nicht. Empfehlenswert ist es aber allemal, nicht zu spät zu essen. Nachts befindet sich der Körper in der Regenerationsphase und sollte alles andere zu tun haben als viel zu verdauen. Falls man das Problem hat nachts zu oft auf Toilette zu gehen, ist es sicherlich sinnvoll den größten Teil der Trinkmenge bis um 17 Uhr zu sich zu nehmen.
  • Lavendelaugenkissen: Das Augenkissen durfte ich vor langer Zeit bei einer Yogasession kennenlernen. Gefüllt mit Lavendel oder Leinsamen duftet es nicht nur gut, sondern schenkt auch ein wunderbares Gefühl der Geborgenheit. Ich wende es gerne in der Praxis bei meinen Patientinnen während der Therapeutischen Frauenmassage an. Hier kann man das Augenkissen mit Lavendel  bestellen: Augenkissen mit Lavendel*.
Gesunder Schlaf
Gesunder Schlaf durch Lavendel & Co.
16.) Gesunde Hautpflege

Viele Pflegeprodukte stehen immer mehr im Verruf uns mehr zu schaden als dass sie uns nutzen. Schuld daran sind die darin enthaltenen Inhaltsstoffe, die unter anderem hormonähnliche Substanzen enthalten können. Und tatsächlich nehmen wir diese Inhaltsstoffe über die Haut auf, die als Ausleitungs- und Aufnahmeorgan fungiert.

Nicht nur Gesichtscremes, sondern auch Deo, Waschmittel, Zahncremes, Haarspray, Nagellack oder Parfum enthalten meist einen ganzen Cocktail unaussprechlicher Inhaltsstoffe.

Bedenkliche Stoffe, die sich gerne in Kosmetika verstecken: Parabene, Aluminium, Alkohol, Benzophenone-3, Natriumlaurylsulfat, Phtalate oder Triclosan.

So ist es sinnvoll sich nach einer natürlichen Pflege umzuschauen, die möglichst frei von dubiosen Inhaltsstoffen ist und unsere Haut nachhaltig pflegen kann. Hier gilt: Weniger ist mehr! Ich empfehle möglichst auf Naturkosmetik umzusteigen, die auf wenige, aber dafür hochwertige Inhaltsstoffe setzt.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Hautpflege Stoffe enthält, die dir möglicherweise schaden könnten, empfehle ich dir die App ToxFox oder Codecheck. Dort kannst du ganz einfach deine Produkte über den entsprechenden Barcode prüfen und herausfinden, ob sich darin schädliche Substanzen befinden.

Naturkosmetik
Kosmetik sollte möglichst natürlich sein
17.) Die richtige Trinkmenge unterstützt alle Körperprozesse

Wasser ist Leben – Unser Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser. Dieses Wasser ist in der Lage das Blut möglichst flüssig zu halten, so dass die meisten Körperprozesse leichter ablaufen können. Das Blut hat zum einen die Aufgabe Nährstoffe zu transportieren, es hilft dabei den Körper von Abfall- und Schadstoffen zu befreien, es versorgt uns mit Sauerstoff und transportiert unter anderem auch noch Hormone. So wird ganz schnell klar welche Folgen ein permanenter Flüssigkeitsmangel hat. Wassermangel führt auf Dauer dazu, dass wir uns ständig müde fühlen, psychisch wie auch physisch nicht fit sind.

Unser Durstgefühl meldet sich meist erst dann, wenn wir wirklich dehydriert sind. Es ist also eher schon ein Alarmsignal, wenn wir ein starkes Durstgefühl verspüren. Ideal ist es, wenn wir über den Tag verteilt konsequent ausreichend trinken und dabei die größte Flüssigkeitsmenge bereits vor dem späten Nachmittag zu uns nehmen. Als Anhaltspunkt sind sicherlich 1,5- 2 l Wasser täglich ideal, je nach Körpergröße, Gewicht, Aktivitätsgrad und Jahreszeit kann das natürlich variieren.

Das Thema Trinkwasserqualität wird sehr kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite hört man, dass Trinkwasser aus der Leitung meist in sehr guter Qualität verfügbar ist und auf der anderen Seite liest man von Medikamentenrückständen, Chlor & Co. Das Thema Trinkwasserqualität und ob man Wasser filtern sollte oder nicht, ist sicherlich auch vom eigenen Wohnort abhängig. Hier macht es Sinn sich bei den örtlichen Stadtwerken zu informieren, um eine wirkliche Auskunft über die Qualität zu erhalten.

Wer Schwierigkeiten hat auf seine geplante Trinkmenge zu kommen, kann sein Wasser auch mal mit Zitronen, Limetten oder Kräutern aufpeppen. Zum einen sieht das Wasser dann deutlich attraktiver aus und zum anderen hat man direkt ein tolles Sommergetränk. Auch Tee zählt zur Flüssigkeitsmenge. Ich empfehle nicht mehr als 2-3 Tassen eines Tees pro Tag zu trinken, weil jedes Kraut eine Heilwirkung hat und nicht in großen Mengen getrunken werden sollte. Pfefferminztee ist beispielsweise sehr angenehm im Geschmack, wirkt thermisch jedoch kühlend, was dazu führt, dass uns im Winter möglicherweise vom Tee trinken eher kalt wird.

Wasser mit Limette
Wasser kann mit frischen Kräutern und Limetten aufgepeppt werden
18. Tierische Milchprodukte meiden

Wenige Themen werden so hitzig diskutiert, wie das Thema Milch und deren Nutzen bzw. negativen Effekt auf die Gesundheit. Fakt ist, dass Milch Babynahrung ist. Es handelt sich um Säuglingsnahrung, die für die jeweilige Rasse mit Sicherheit ideale Nahrung zum Lebensstart ist. Aber sollte Säuglingsnahrung für das Kalb tatsächlich auch Nahrung für den erwachsenen Menschen sein? Es ist schon auffällig, dass beispielsweise sehr viele Menschen laktoseintolerant sind und Milch zu den Hauptallergenen zählt.

Milch enthält unter anderem Wachstumshormone, wie z.B. das IGF-1 (Insulin-like growth factor), welches das Kälbchen in kürzester Zeit schnell wachsen lassen soll. Dieser Faktor wird ebenfalls in unserer Leber gebildet und unterstützt auf der einen Seite Wachstumprozesse und die Zellteilung im menschlichen Körper. Auf der anderen Seite stimuliert das IGF-1 die Bildung des Enzyms mTORC1, welches im Zusammenhang mit unkontrollierten Wachstumsprozessen steht, wie es beispielsweise bei Tumorerkrankungen der Fall ist.

Außerdem enthält Milch jede Menge Östrogen. Kühe geben Milch, wenn sie ihr Kälbchen zur Welt gebracht haben. Dieses Östrogen ist schlussendlich auch in der Milch enthalten, die wir trinken. Es handelt sich dabei aber nicht um natürliches, sondern körperfremdes Östrogen. Ebenfalls finden sich in Milchprodukten oftmals Antibiotikarückstände, weil die Kühe irgendwann unter einer Mastitis (Euterentzündung) leiden und mit Antibiotika behandelt werden müssen.

In der heutigen Zeit, in der eine enorme Vielfalt an Milchalternativen auf dem Markt besteht, ist es nun viel einfacher auf Milchprodukte zu verzichten. Viele Menschen spüren nach kurzer Zeit, wie ihnen der Verzicht auf Milch gut tut.

Auch hier gilt – die Menge macht das Gift, ganz fernab vom ethischen Aspekt der tierischen Produkte. Und so gibt es Menschen, die überhaupt kein Problem mit der Milch haben und andere, bei denen kleinste Mengen oder Spuren von Milch bereits Probleme bereiten. Jeder Mensch ist individuell und reagiert unterschiedlich.

Milch Krebs
Milch und ihre Folgen für die Gesundheit

In diesem Artikel wollte ich dir einen Überblick darüber geben, wie du dein Hormonsystem unterstützen kannst. Vieles ist in der Umsetzung nicht immer ganz so leicht. Wenn du deine Lebensführung ändern möchtest, ist dies kein Prozess, der in wenigen Tagen vonstattengeht. Nimm dir dafür Zeit und freue dich über kleine positive gesundheitliche Veränderungen. Meist machen sich diese erst nach einigen Wochen bemerkbar. Je länger ein Problem besteht, desto mehr Zeit braucht es meist auch, bis das Problem verschwindet.

Wenn du bemerkst, dass es dir nicht gut geht, würde ich dir jederzeit raten dies bei einem Arzt untersuchen zu lassen. Manchmal reichen Umstellungen in der Lebensführung allein nicht aus und die Unterstützung durch einen erfahrenen Therapeuten wird notwendig. Dieser Beitrag dient nicht der Behandlung von Erkrankungen, sondern soll dir dabei helfen, Ideen für eine gesunde Lebensführung in Bezug auf dein Hormonsystem zu bekommen.

Hier möchte ich dir gerne noch meine liebsten Bücher und einige weitere passende Produkte zeigen, die zum Thema passen.

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Ich hoffe dir hat dieser Beitrag gefallen und ich konnte dir die Welt der Hormone ein wenig näher bringen. Gerne darfst du meinen Artikel teilen! Folge mir auch auf Instagram, um über alle neuen Beiträge auf dem Laufenden zu bleiben: @heilpraktikerin_bodensee.

Bis bald,

Eure Ailyn

Vegane und vegetarische Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit


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Comments

  1. Pingback: PCO-Syndrom im Klartext - EatCareLive

  2. Antworten

    Vielen Dank, eine sehr professionelle Seite, die ein wichtiges Thema beleuchtet. Weiter so!

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