Waldbaden- shinrin yoku und warum uns der Wald gut tut

Waldbaden Shinrin Yoku

Ich bin total gerne im Wald und fühle mich danach immer so frisch und entspannt. Kennst du das auch? Ich habe mich immer gefragt, weshalb das so ist und habe mich daraufhin auf die Suche nach Antworten gemacht und war wirklich verblüfft, was ich alles über das Waldbaden rausgefunden habe.

Das der Wald und die Natur unser Wohlbefinden positiv beeinflussen kann, ist den meisten Menschen klar. Und das ist auch durch verschiedene Theorien erklärbar. Ein Blick in die Vergangenheit kann uns ebenfalls verraten, wieso das so ist. Evolutionäre Faktoren haben einen großen Einfluss auf die Mensch-Natur Beziehung und können teils durch den Biophilia-Effekt erklärt werden.

Der Biophilia-Effekt

Der Begriff Biophilia stammt aus dem griechischem und bedeutet „Liebe zum Lebendigen“. Bereits der Philosoph und Psychotherapeut Erich Fromm nannte die Sehnsucht zur Natur „Biophilia“. Nach Fromms Tod wurde die Biophilia Hypothese von dem Evolutionsbiologen Edward Wilson, aufgestellt. Diese beschreibt das menschliche Bedürfnis, mit der Natur in Verbindung zu stehen. Dieses Grundbedürfnis ist nach Wilson auf den menschlichen Evolutionsprozess zurückzuführen und somit genetisch veranlagt. Ein „zurück zum Ursprung –kommen“ kann ein Gefühl der Vertrautheit und Entspannung hervorrufen. Diesen Effekt können wir gezielt zu unseren gesundheitlichen Vorteilen nutzen, indem wir öfter mal in die Natur gehen und das Waldbaden praktizieren.

Waldbaden – wieso, weshalb, warum?

In Japan gibt es bereits einen eigenen Zweig in der Medizin und Forschung, welcher sich Waldmedizin nennt. Dabei wird untersucht, welchen Einfluss Waldlandschaften auf das psychische und physische Wohlbefinden haben können. Als präventive Maßnahme wird in Japan das Waldbaden (shinrin yoku) angeboten, welche eine Jahrzehnt lange Tradition hat. Dabei gehen Personen in den Wald und konzentrieren sich durch verschiedene Atem- und Achtsamkeitsübungen auf eine bewusste Aufnahme der Waldatmosphäre. Dadurch sollen laut japanischen Untersuchungen Stresssymptome gemindert, eine Entspannungsreaktion erreicht und sogar unser Immunsystem soll gestärkt werden. Ein Aufenthalt im Wald gleicht einer Art Aromatherapie, die unsere Gesundheit unterstützen kann. Darauf werde ich später nochmal zurückkommen.

Dieser Trend aus Japan hat sich mittlerweile weltweit verbreitet. Auch in Deutschland und besonders im Schwarzwald wird das Waldbaden in Kursen angeboten.

Shinrin Yoku - Waldbaden und sein positiver Effekt
Shinrin Yoku – Waldbaden und sein positiver Effekt

Ich bin dann mal weg…

Ein Aufenthalt im Wald kann das Gefühl vermitteln, Abstand von der Außenwelt zu bekommen, dieses Gefühl wird mit der being-away-theory beschrieben.

Das „Weg-sein“ bedeutet auch in einer Umgebung zu sein, in der der Mensch so sein kann wie er ist, ohne Wertungen und Vergleiche. Es beschreibt die Freiheit, keinen Idealen entsprechen zu müssen, nicht beurteilt und kontrolliert zu werden. Und auch der Zwang, ständig erreichbar sein zu müssen, kann beim Waldbaden unterbrochen werden.

Die im Alltag dominierenden Stressoren wie Lärm, Straßen, Luftverschmutzung und Menschenmengen sind im Wald im besten Falle nicht vorhanden. Dies hat auch einen positiven Effekt auf unsere Sinne, denn wir werden Entlastet und sind keiner Reizüberflutung ausgesetzt. Besonders entspannend wirken die Grüntone des Waldes. Diese haben laut Farbpsychologen einen beruhigenden Einfluss auf die Psyche. Schon ein Waldbild in deinem Büro kann eine entspannende Wirkung haben und Stress mindern.

Da man im Wald im Idealfall keinem Lärm ausgesetzt ist, kann die Stille unseren Hörsinn entlasten und die Naturgeräusche unser Ruhezentrum aktivieren.

Die Düfte des Waldes

Entscheidend ist im Wald auch die saubere Luft. Durch die Bäume und deren filternde Wirkung werden Schadstoffe wie Feinstaub in der Luft reduziert. Besonders der städtische Verkehr führt durch die Abgasbelastung zur Luftverschmutzung.

Der charakteristische Geruch des Waldes hingegen, welcher durch verschiedene ätherische Öle zustande kommt, stimuliert unseren Geruchssinn auf ganz besondere Weise. Die ätherischen Öle gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, diese nennt man bei Bäumen Terpene und Isoprene.  Darauf werde ich im Laufe des Artikels noch näher eingehen.

Durch den gezielten Einsatz von ätherischen Ölen können wir die positiven Effekte auf Psyche und Körper auch im Alltag nutzen. Benutzen wir einen Waldduft beispielsweise in unserer Wohnung, wird unser Riechsinn so aktiviert, dass wir uns an den Wald erinnern und somit entspannen können. Dies kann auch völlig unterbewusst ablaufen und dennoch ähnliche Effekte erzielen, wie die bewusste Aufnahme solcher Düfte. Auch die in den ätherischen Ölen enthaltenen Terpene können den Körper auf vielen Wegen positiv beeinflussen. Mehr über ätherische Öle könnt ihr in diesem Beitrag erfahren: Die Welt der ätherischen Öle.

Wunderbare Walddüfte erhaltet ihr übrigens bei Oshadhi. Mir macht vor allem das Balsamea Raumspray Freude und auch Mischungen aus ätherischem Eichenmoos,  Zirbelkiefer oder Zedernholz. Ihr könnt sie super für einen Diffusor verwenden und habt dann mehrere Stunden eine tolle Waldatmosphäre in euren vier Wänden. Bei Oshadhi kannst du mit meinem Code „eatcarelive“ 10 % auf deinen gesamten Einkauf sparen und als Dankeschön gibt es von Oshadhi aktuell das ätherische Öl „Orange süß“ gratis dazu!

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Wirkung der Terpene beim Waldbaden

Terpene stammen aus verschiedenen Teilen der Bäume. In Laborversuchen erforschte Prof. Wilhelm Boland, die Kommunikationsweisen und Verteidigungsstrategien verschiedener Pflanzen und Bäume. Zur Verteidigung werden physikalische Methoden genutzt, wie beispielsweise Dornen aber auch giftige Substanzen, die die Angreifer direkt abtöten können. Bäume und Pflanzen können sich aber auch über indirekte Wege vor Fressfeinden und Schädlingen schützen, indem sie verschiedene Duftstoffe ausstoßen. Diese bestehen aus verschiedenen chemischen Verbindungen. Die größte Stoffgruppe stellen mit etwa 8000 Verbindungen die Terpene und mit ca. 30.000 Verbindungen die Terpenoide dar. Durch diese chemischen Substanzen, welche aus kleinen gasförmigen Molekülen bestehen, können verschiedene Informationen ausgetauscht werden.

Und nun wird es interessant: Die Bäume nutzen die Duftstoffe um untereinander zu kommunizieren und um sich beispielsweise vor Schädlingen zu warnen und um Schutzmechanismen auszulösen. Entweder stoßen sie Moleküle aus um die Feinde direkt zu verjagen oder sie verbreiten Lockstoffe, um natürliche Fressfeinde des Schädlings anzulocken. Anhand der chemischen Zusammensetzung der Signalstoffe kann der Baum mitteilen um was für einen Schädling es sich handelt und sogar, von wie vielen er angegriffen wird.

Vielleicht hat jemand von euch schon mal gesehen, dass Marienkäfer häufig an Hagebuttensträucher sind, wenn diese von Blattläusen angefressen werden. Marienkäfer fressen die Blattläuse und können die Pflanze somit schützen. Also muss die Pflanze irgendwie die Marienkäfer anlocken und zwar nur so viel, wie gebraucht werden, um die Blattläuse los zu werden. Und genau das macht der Strauch, indem er die Terpene zur Kommunikation nutzt.

Was hat das mit unserer Gesundheit zu tun?

In dem neu gegründetem Forschungszweig der Waldmedizin von Qing Li in Japan, beschäftigen sich Wissenschaftler nun mit der These, dass auch das menschliche Immunsystem fähig ist, diese komplexen Informationen der Terpene über die Haut und Lunge zu empfangen und zu entschlüsseln. Unter dieser Annahme finden verschiedene Versuche statt, welche beweisen, dass die Anzahl sowie die Aktivität der natürlichen Killerzellen in unserem Körper durch die Aufnahme von Terpenen deutlich gesteigert werden. Um das zu beweisen, fanden Experimente in Hotelzimmern statt. Dabei wurde die Zimmerluft mit Terpenen angereichert und untersucht, welche Auswirkung die Waldluft auf die Versuchspersonen hatte. In dem Experiment wurden die Blutwerte hinsichtlich der Anzahl und Aktivität natürlicher Killerzellen untersucht. Es kam raus, dass sich die Anzahl und die Aktivität natürlicher Killerzellen signifikant erhöhten. Außerdem kam es zu einer Abnahme von Stresshormonen. Somit kann allein durch die Aufnahme von Terpenen aus der Luft, ohne eines Waldaufenthalts, eine stressreduzierte Wirkung und eine erhöhte Aktivität des Immunsystems erreicht werden. (Li, 2012)

Dennoch wird empfohlen, sich aktiv im Wald aufzuhalten, um auch die zuvor genannten positiven gesundheitlichen Effekte nutzen zu können.

Bei einem eintägigen Waldaufenthalt wird die Anzahl der natürlichen Killerzellen im Blut durchschnittlich um 40% und ihre Aktivität um 50% gesteigert. Dieser Effekt des eintägigen Waldbesuchs kann etwa sieben Tage lang im Blut nachgewiesen werden. Auch die Pulsrate und der Blutdruck kann durch einen Waldaufenthalt gesenkt werden. (Tsunetsugu et al., 2007)

Waldbaden Anleitung
Waldbaden ist einfach im Alltag praktizierbar

Empfehlungen für das Waldbaden

Um die gesundheitlichen Potentiale des Waldes voll auszuschöpfen, hat Dr. Qing Li für das Waldbaden folgende Empfehlungen aufgestellt

  • Die Konzentration der Terpene ist im Sommer und nach Sommerregen im Waldesinneren am höchsten. Somit ist ein Aufenthalt zu dieser Zeit am effektivsten.
  • Bei einem Wald Aufenthalt sollten mindestens zwei Stunden im Wald verbracht und in dieser Zeit etwa zweieinhalb Kilometer gelaufen werden.
  • Um die Waldatmosphäre zu genießen, sollten Entspannungs-Pausen an schönen Plätzen eingelegt werden. An diesen Plätzen sollte man eine Zeitlang verweilen und beispielsweise meditieren, lesen oder Achtsamkeitsübungen durchführen
  • Bei der Wanderung sollte Wasser oder Tee mitgenommen und getrunken werden.
  • Der Wald sollte nicht in einem kranken Zustand besucht werden. In diesem Falle ist ein Arzt aufzusuchen. Ein Waldaufenthalt kann also in keinem Falle einen Arztbesuch ersetzen.

Zusammengefasst können wir aber festhalten, dass der Wald uns auf psychischer Ebene gut tut, da unsere Sinne entlastet und durch schöne Naturelemente zur Entspannung angeregt werden. Zudem können wir im Wald einfach mal abschalten, ohne erreichbar sein zu müssen und ohne zu bewerten oder bewertet zu werden.

Und nun wissen wir auch, dass, laut den Untersuchungen aus Japan von Dr. Qing Li und seinem Team, der Wald auch unsere Körperliche Gesundheit positiv beeinflussen kann. So können Stresshormone und der Blutdruck gesenkt werden. Aber auch unser Immunsystem kann durch die Aufnahme von Terpenen gestärkt werden, da sich unsere Anzahl und Aktivität der natürlichen Killerzellen erhöht.

Waldbaden Shinrin Yoku Entspannung
Waldbaden kann man auch im Schwarzwald

Waldbaden-Angebot

Falls euch das Thema Waldbaden interessiert und ihr es gerne mal unter Anleitung ausprobieren möchtet, dann schaut mal auf der Homepage von Clara vorbei. Sie ist Gesundheitspädagogin und hat ihre Abschlussarbeit über die präventiven Potentiale des Waldes in Bezug auf unsere Gesundheit geschrieben. Sie bietet das Waldbaden im Schwarzwald in kleineren Gruppen an. Basierend auf bisher wissenschaftlichen Erkenntnissen erklärt sie dir alles über die Wirkung der Terpene und zeigt dir, wie du die positiven Eigenschaften des Waldes optimal Nutzen kannst, Stress verringerst und dein Immunsystem stärken kannst.

Hier geht’s zu ihrer Homepage: http://schwarzwaldbaden.com 

Ich hoffe der Beitrag hat dir gefallen und vielleicht kannst du den Wald bei deinem nächsten Waldspaziergang schon anders und bewusster wahrnehmen.

Folgt mir gerne auf Instagram unter @heilpraktikerin_bodensee und Pinterest  unter @EatCareLive – Bewusstes Leben & Veggie Food um nichts zu verpassen! Ich poste dort täglich zum Thema gesunde Ernährung, Rezepte, Frauenheilkunde & Co.

Bis bald,

Eure Ailyn

Vitamin D – Das Sonnenvitamin


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Quellen: Li, Q. (2012). Effect of phytoncides from forest environments on immune function, 157–167. // Tsunetsugu, Y., Park, B.-J., Ishii, H., Hirano, H., Kagawa, T. & Miyazaki, Y. (2007). Physiological Effects of Shinrin-yoku (Taking in the Atmosphere of the Forest) in an Old-Growth Broadleaf Forest in Yamagata Prefecture, Japan. Journal of PHYSIOLOGICAL ANTHROPOLOGY, 26 (2), 135–142.

 

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